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Reaktivierung der Ostertalbahn


Reaktivierung der Ostertalbahn – eine realisierbare und notwenige Stärkung des ländlichen Raumes
Viele Parteien reden und schreiben davon, dass der ländliche Raum zu fördern sei. Wenn es konkret wird – zum Beispiel beim ÖPNV – muss sich auf einmal alles „rechnen“. Der ÖPNV rechnet sich, wenn überhaupt, aber nur in Großstädten und Ballungszentren.
Ein klassisches Beispiel dieser politischen Unfähigkeit ist die mögliche Reaktivierung der Ostertalbahn. Während sieben Ortsvorsteher von anliegenden Gemeinden eine Reaktivierung der Bahnstrecke einfordern, zeigt sich die Landesregierung zurückhaltend bis ablehnend. Eine Kosten-Nutzen-Analyse spreche gegen eine Bahnreaktivierung.
Unstrittig ist, dass sich in diesem ländlichen Raum eine betriebswirtschaftlich rentable Bedienung der Orte im Ostertal nicht darstellen lässt. Aber die aktuell verkehrenden Busse schreiben auch keine schwarzen Zahlen, ganz im Gegenteil.
Was müsste - politische Wille und eine Finanzierung durch Landes- und Bundesmittel vorausgesetzt - getan werden?
1. Ertüchtigung der bestehenden, 21 km langen Bahnstrecke von Ottweiler nach Schwarzerden für Nahverkehrs- und Güterzüge bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h.
2. Betriebsaufnahme mit Nahverkehrszügen im Ein-Stunden-Takt. Bis zur Einrichtung einer Zuggabelung (siehe Punkt 4) ließen sich auf dem Teilstück der Ostertalbahn klassische „Regio-Shuttle“ (Dieselantrieb) einsetzen.
3. Wegfall paralleler Busverkehre, dafür Installation von getakteten Zubringerverkehren an die jeweiligen Bahnstationen.
4. Umstellung auf Zwei-Systemtechnik-Triebwagen, die in Ottweiler an die verkehrenden RB-Züge Türkismühle-Saarbrücken gekoppelt werden, um eine umsteigefreie Verbindung nach Neunkirchen und Saarbrücken zu gewährleisten. Auf der Teilstrecke Ottweiler-Saarbrücken werden die Akkus geladen.
5. Langfristig den Wiederaufbau der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Schwarzerden und Kusel, die derzeit als Radweg gestaltet ist. Hierdurch entstünde ein direkter Anschluss an die Kreisstadt Kusel (ca. 5.000 Einwohner) und die Regionalbahnstrecke Kusel-Kaiserslautern.
Durch diese Maßnahmen könnte ein sinnvoller, wenn auch nicht kostendeckender Betrieb aufgebaut werden. Und auch der aktuelle Status der Strecke als touristische Traditionsbahn wäre dadurch nicht eingeschränkt, sondern eher gesichert. Da an Wochenenden und Feiertagen eher ein Zwei-Stunden-Takt realisierbar wäre, gäbe es ausreichende Zeitfenster, auch den Betrieb der historischen Bahnfahrten zu gewährleisten.