27. Juli 2021

Thomas Lutze: Aktuelle Impfmotivationsdebatte ist realitätsfremd

 

Aus Sicht der Saar-Linken ist die aktuelle Debatte, wie der Anteil der Impfwilligen gesteigert werden kann, in einer Sackgasse. „Entweder ist Covid19 so gefährlich, dass eine Impfpflicht moralisch, rechtlich und medizinisch zu begründen ist. Oder man muss als Gesellschaft akzeptieren, dass sich eine große Minderheit nicht damit einverstanden erklärt, sich impfen zu lassen. Alle anderen moralischen Aspekte und Appelle an die Solidarität sind kalter Kaffee“, erklärt Thomas Lutze, Landesvorsitzender der Saar-Linken.
Lutze weiter: „Was gar nicht geht, sind finanzielle Anreize zum Impfen. Wer das vorschlägt, müsste auch diejenigen berücksichtigen, die sich bereits impfen gelassen haben. Es ist zum einen vollkommen ungerecht, diese Personengruppe defacto zu bestrafen. Zum anderen wird dies bei vergleichbaren Fällen in der Zukunft zu Folge haben, dass sich anfangs weniger impfen lassen, da es später eine Prämie geben könnte.“
Bei der Debatte um eine Impfpflicht wird auch immer wieder vergessen, dass es diese in der Geschichte der Bundesrepublik schon mehrfach gegeben hat. Diphtherie, Scharlach und die Pocken konnten damit erfolgreich bekämpft werden. „Es ist demnach keine verfassungsrechtliche Frage, sondern eine reine Nutzen-Risikoabwägung. Und diese Frage sollten weder die Politik, noch die Stammtische klären, sondern Fachexperten wie Mediziner und Ethik-Spezialisten“, so Lutze abschließend.

 

 

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